Umweltdruckerei Lokay
Umweltdruckerei Lokay
Nachhaltigkeit wird immer wichtiger – auch bei unseren »Reisen für Musikfreunde«. Im letzten Jahr haben wir unsere Kataloge neu gestaltet und dabei bewusst auf umweltfreundliche Produktion gesetzt. Die Zusammenarbeit mit der Umweltdruckerei Lokay liegt uns besonders am Herzen.
Die Umweltdruckerei Lokay aus Reinheim ist nicht nur ein Vorreiter in Sachen ökologisches Drucken – sie ist ein echtes Aushängeschild für nachhaltiges Unternehmertum in Deutschland. Das Familienunternehmen wurde in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in den Kategorien »Unternehmen« (2023) und »Druckereien« (2024). Die Jury lobte Lokay als eines der umweltfreundlichsten Druckunternehmen weltweit, das durch seine transparente Kommunikation, seine Präsenz auf Fachveranstaltungen und seine aktive Vernetzung die gesamte Branche positiv beeinflusst.
Doch was steckt hinter diesem Erfolg? Wie gelingt es einem mittelständischen Betrieb, Nachhaltigkeit, Innovation und Design auf gelungene Weise zu verbinden?
Ralf Lokay übernahm 1992 als Inhaber die familiengeführte Druckerei Lokay e.K., die bereits 1932 von seinem Großvater Erwin gegründet wurde. Als junger Familienvater begann er in den 1990er Jahren, sein Leben konsequent nachhaltiger zu gestalten – mit Bio-Lebensmitteln, schadstofffreien Produkten und einem wachsenden Bewusstsein für Umwelt und Gesundheit. Diese persönliche Transformation blieb nicht ohne Folgen für das Unternehmen: Schritt für Schritt wandelte Ralf Lokay den traditionellen Druckbetrieb in eine ökologische Druckerei um. Seit Jahresanfang gehört das Unternehmen im Rahmen der Unternehmensnachfolge zur D.O.G. Gruppe aus Darmstadt. Ralf Lokay wird dem Unternehmen auch weiterhin erhalten bleiben und trägt jetzt auch mit Verantwortung für eine nachhaltige Transformation einer Unternehmensgruppe mit 6 Standorten. Im folgenden Interview spricht er über Visionen, Herausforderungen und die Zukunft des nachhaltigen Druckens.
Herr Lokay, Ihr Unternehmen gilt als Vorreiter im Bereich nachhaltiger Druck. Was war der Auslöser dafür, diesen konsequent ökologischen Weg einzuschlagen – und gab es dabei auch Widerstände?
Der Auslöser war zunächst neben meiner Liebe zur Natur im Besonderen die Geburt meiner ersten Tochter. Aus meinem Selbstverständnis heraus, trage ich als Familienunternehmer in 3. Generation Verantwortung für Natur, Umwelt und nachfolgende Generationen. Für die nächste Generation wollte ich einen positiven Fußabdruck hinterlassen. Daher war von Anfang an für mich klar, wenn ich mein Unternehmen ökologisch korrekt ausrichten will, geht das nur konsequent ohne Wenn und Aber. Wichtig war für mich zu verstehen was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet und was Nachhaltigkeit ausmacht. Entsprechend den drei Säulen der Nachhaltigkeit; Ökologie, Ökonomie und Soziales begann ich 1998 diese Herausforderung anzunehmen. Sicher gab es auf diesem Weg auch Widerstände aus dem Kreis der Mitarbeitenden und den Lieferanten. Natürlich brauchte das seine Zeit, Geduld hatte ich und den festen Willen die umweltfreundlichste Druckerei in Deutschland und darüber hinaus zu werden.
Viele Unternehmen sprechen heute von Nachhaltigkeit. Wie stellen Sie sicher, dass bei Lokay nicht nur grüne Schlagworte, sondern echte Veränderungen umgesetzt werden?
Die letzten 25 Jahre, besonders in der Zeit von 1998 bis 2023, wurde viel verändert und umgesetzt. Damit nicht genug, denn es ist auch eine Herausforderung das Erreichte beizubehalten. Genauso gut braucht es auch immer wieder Menschen im Unternehmen die den Blick auf das wesentliche haben und notwendige Veränderungen auch weiterhin erkennen. Das dies auch weiterhin gelingt tragen die vielen Zertifizierungen in hohem Maße mit bei. Unternehmenszertifizierungen wie EMAS, oder Produktzertifizierungen nach blauer Engel oder Cradle to Cradle.
Wie gelingt es Ihnen, den Spagat zwischen gestalterischem Anspruch und ökologischer Verantwortung zu meistern – insbesondere bei komplexen Kundenprojekten?
Wir verstehen uns als Spezialist für nachhaltig hergestellte Druckprodukte und so werden wir auch von einer Vielzahl unserer Kunden gesehen. Insofern werden wir sehr häufig auch von Beginn an bei Kundenprojekten mit einbezogen. Sensibilisierung in den Kreis unserer Kunden erfolgt auch durch Workshops die wir unseren Kunden anbieten.
Welche Innovationen oder Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Drucktechnologien begeistern Sie aktuell besonders – und woran arbeiten Sie gerade?
Wir haben uns in 2024 dafür entschieden weiter in den Digitaldruck zu investieren. Auch werden wir es nicht verhindern können, dass die Digitalisierung in der Kommunikation unserer Kunden zu deren Kunden auch weiter digital voranschreitet. Ich bin davon überzeugt, dass es gedruckte Kommunikation weiterhin geben wird, auch wenn die Auflagen kleiner werden. Hierbei wollen wir neben dem klassischen Offsetdruck auch im Digitaldruck eine nachhaltige Lösung bieten. Im Team arbeiten wir auch gerade daran, Corporate Shops für unsere Kunden zu entwickeln. Hier stehen wir noch am Anfang, denn wir sehen hier große Chancen die Prozesse unserer Kunden intern nachhaltig zu verbessern.
Was wünschen Sie sich von Kundinnen und Kunden, aber auch von der Politik, um nachhaltiges Wirtschaften in Ihrer Branche weiter voranzubringen?
Nachdem wir in unserer Branche die letzten 25 Jahre als Leuchturm vieles mit vorangebracht haben, ist die Druckindustrie meines Erachtens schon sehr gut aufgestellt. Mittlerweile gibt es auch eine handvoll Mitbewerber die es uns gleichtun, was sich dadurch auch weiter multiplizieren wird. Die Wirtschaft an sich sollte sich unabhängig der Unternehmensgröße zu einer nachhaltigen Einkaufs-politik verpflichten. Je mehr Unternehmen dazu bereit sind, werden sich die Produkte und damit auch die Einkaufskonditionen bei unseren Zuliefern verändern. Nachhaltig hergestellte Druckprodukte haben dadurch noch mehr eine Chance zum Standard zu werden. Die Politik sollte generell Unternehmen, die sich im Umweltschutz engagieren und dies durch umfangreiche Zertifizierungen wie EMAS aufzeigen, auch belohnen und bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen bevorzugen.
Herzlichen Dank für das Gespräch!