Prag: Goldene Stadt der hundert Türme
Prag: Goldene Stadt der hundert Türme
Unter Rudolph II. wurde die Stadt an der Moldau im 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts zum Zentrum des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Mitteleuropa. Er war großer Förderer der Kunst und Wissenschaft; seine Kunstsammlung war die größte ihrer Zeit und stellt heute den Grundstock der Brueghelsammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien dar.
Der berühmte Altstädter Ring mit seinen farbenfrohen Barockgebäuden, den gotischen Kirchen und der mittelalterlichen astronomischen Uhr, an der zu jeder Stunde ein Glockenspiel zu erleben ist, sind wohl die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Tschechiens. Inzwischen kann man in der Stadt rund 500 Türme aus verschiedenen Epochen zählen.
Eines der bedeutendsten politischen Ereignisse der europäischen Weltgeschichte zu Beginn des 17. Jahrhundert war der »Zweite Prager Fenstersturz«, welcher den Dreißigjährigen Krieg auslöste: Als Höhepunkt des Konfliktes zwischen Protestanten und Katholiken, bei welchem der katholische König Ferdinand II. den protestantischen Glauben unterdrücken wollte, warfen protestantische Adlige 1618 die Stadthalter des Königs aus dem Fenster der Prager Burg.
1992 erklärte die UNESCO den historischen Kern Prags zum Weltkulturerbe: Der Berg Hradschin mit der Prager Burg, den Stadtteil Kleinseite, die Altstadt mit Karlsbrücke und Josefstadt sowie die Neustadt. Den Titel »Kulturhauptstadt Europas« erhielt Prag im Jahr 2000.
Hommage an Anton Dvořák
Das Internationale Dvořák Festival ist dem weltweit bekanntesten tschechischen Komponisten Antonín Dvořák und der Erhaltung seines musikalischen Erbes gewidmet. Hier finden erstklassige Solisten, Dirigenten, international renommierte Orchester und Kammerensembles eine Bühne. 2008 gegründet, bietet das Festival jedes Jahr ein zweiwöchiges Programm voller außergewöhnlicher Kulturveranstaltungen. Das Programm des Festivals ist so gestaltet, dass die Werke von Antonín Dvořák in ihrem historischen Kontext präsentiert werden und das Konzertpublikum neben den großen Werken des Komponisten auch Stücke zu hören bekommt, die nicht so regelmäßig gespielt werden.
Die Einzigartigkeit des Dvořák-Festivals liegt vor allem in der Genrevielfalt des Programms. Neben dem Repertoire an klassischer Musik genießen Gäste auch erstklassige Jazz-, Folk-, Rockkonzerte. Ziel des Festivals ist es, eine lebendige Musikkultur zu erhalten, die sich auch in von der klassischen Musik entfernten Genres widerspiegelt.
Schauplatz vieler Konzerte ist einer der schönsten Konzertsäle der Stadt, der Dvořák - Saal des Rudolfinums. 1896 dirigierte Anton Dvořák in diesem Saal das erste Konzert der Tschechischen Philharmonie und auch Johannes Brahms dirigierte hier seine eigenen Werke. Das Gebäude ist im Stil der Neorenaissance errichtet und erhielt seinen Namen von seinem Erbauer, Rudolph II. Prägnant an dem Gebäude aus hellem Sandstein ist seine Balustrade, die verziert ist von Statuen berühmter tschechischer, österreichischer und deutscher Künstler.











